Spielzeugmotoren der Firma Trix - Entwicklung und Anwendung

(Autor: Michael Linnenbach)

Die einst weit verbreiteten Trix-Motoren in Wechsel- und Gleichstomausführung, waren wie der spätere Distler-Motor, ein typisches Nebenprodukt der Vereinigten Spielwaren-Fabriken GmbH Nürnberg. Bereits im Katalog 1936/37 bot der Nürnberger Spielwarenhersteller die robust gefertigten Motoren, neben der gerade neu entwickelten Tischbahn Trix Express, in fünf verschiedenen Ausführungen (Elektro- und Uhrwerkantrieb) an:

Elektromotoren

  • Typ 2050 für Gleichstrom und Batteriebetrieb, 4-8 Volt
  • Typ 2060 für Wechselstrom, 8-12 Volt (Trafobetrieb)
  • Typ 2150 mit Handschutz und Messingsockel für Gleichstrom und Batteriebetrieb, 4-8 Volt
  • Typ 2160 für Wechselstrom, 8-12 Volt, mit lackiertem Sockel und blauem Handschutz (Trafobetrieb)

Abb. 1: Trix Motor Typ 2050 mit Hufeisenmagnet (Foto: © Michael Linnenbach)

Trix Motor 2050 (Gleichstrom), Gebrauchsanweisung

Abb. 2: Trix-Motor 2050 (Gleichstrom), Gebrauchsanweisung

Uhrwerkmotor

  • Typ 2170 mit Vor- und Rückwärtslauf als alternative stromlose Antriebsvariante.

Abb. 3: Trix-Motor 2170 mit aufziehbarem Uhrwerk, (Foto: © Michael Linnenbach)

Abb. 4: Trix-Motor 2160 mit Handschutz, Vorkrieg (Foto: © Michael Linnenbach)

Vor allem die elektrisch betriebenen Motoren (Vorläufer des späteren Permamotors) entwickelten sich als Verkaufsschlager. Größere Nachfrage zeigte auch das benachbarte Ausland, wie England, Frankreich und die Niederlande. Entsprechend lagen meist mehrsprachige Gebrauchsanweisungen den Spielzeugartikeln bei. Die Trix-Motoren gab es im Verkauf sowohl einzelnd als auch als Ergänzung in vielen Trix-Metallbaukästen. Hier fungierten sie als mechanischer Antrieb diverser Kran-, Schiff- oder Automobilmodelle. Durch die beigefügten Motoren war das Angebot des Trix–Metallbaukastensystems nahezu für alle Altersstufen perfektioniert. Selbst Erwachsene fanden Gefallen an den interessanten und technisch vielfältigen Konstruktionsmöglichkeiten. Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden alljährlich für die originellsten Entwürfe Preise von dem Nürnberger Spielwarenhersteller an die bastelnden Kunden verliehen.

Mit Beginn der 1980er Jahre hatte der klassische Metallbaukasten ausgedient. Die Interessen der jugendlichen Käuferschaft waren stark im Wandel begriffen. Nach einer längeren Phase der Stagnation folgte unmittelbar mit der Auslieferung des letzten Baukastenmodells (Bugatti-Rennwagen Typ 57, Auflagenhöhe: 333 Stück) zum Jahreswechsel 1997/98 das endgültige Ende. Mit dem Produktionsstop der Metallbaukästen verschwanden auch die Trix-Elektromotoren. Beide waren beliebte Produkte der deutschen Spielwarenindustrie, die immerhin einen Zeitraum von über 60 Jahren Bestand hatten. Wer heute noch Trix-Motoren nutzt, wird überrascht sein von der Qualität und der Leistungsfähigkeit dieses technischen Spielzeugs. Bei häufigerem Einsatz der Elektromotoren empfiehlt sich allerdings der Einbau eines Kondensators zur Funkentstörung (s. Abb. 5). Die hohe Drehzahl des Kollektors beeinflusst die moderne Radio- und Bildschirmtechnik erheblich.  

Abb. 5: Trix Motor 2050 mit eingeschleiftem Kondensator zur Funkentstöung (Foto: © Michael Linnenbach)

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